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12. Balkonkonzert

Das Balkonkonzert am 3. Oktober 2018 konnte wie geplant stattfinden.

Die Gäste waren alle gut ausgerüstet und der vormittägliche Regen war
verzogen. Nur der teils kräftige Wind sorgte für den Flug einiger Notenblätter.

Sehen Sie hier einen kleinen Ausschnitt der wirklich gut gelungenen Oper vom Balkon.

 

Im Pressespiegel

PFORZHEIM ZEITUNG 5. Oktober 2018

Puccinis „La Bohème“ als Balkonfassung
Viel Beifall für das zwölfte Birkenfelder Konzert

von Initiator Michael Speich

UTA VOLZ | BIRKENFELD
Eigentlich für einen warmen Julitag geplant, musste das zwölfte Birkenfelder
Balkonkonzert wegen Regens verschoben werden. Als „Oper vom
Balkon“ erklang es nun Anfang Oktober von Balkon und Terrasse von
Veranstalter und Sponsor Michael Speich in Birkenfeld. Trotz trübem Himmel und
eher zurückhaltender Temperaturen war der Garten gut besucht. Die nur über
Spenden finanzierten Balkonkonzerte, für die kein Eintritt verlangt wird, haben seit
Jahren Kult-Charakter. Dieses Mal stand die Oper „La Bohème“ von Giacomo
Puccini auf dem Programm, gewissermaßen als Kammerfassung. Die Gesangspartien waren konzentriert auf die vier  Hauptpersonen Mimi (Miriam Kurrle), Rodolfo (Harrie von der Plas), Musetta (Eui Kyung) und Marcello (Merlin Wagner). Einen kleinen Part übernahm Michael Speich, der außerdem als humorvoller und launiger Moderator durch das Geschehen auf der Bühne führte.

Die Bühne, das waren der mit stimmigen Requisiten liebevoll gestaltete Balkon und die
Terrasse. Die unterschiedlichen Spielorte brachten Bewegung in die Handlung, der
schöne Garten steuerte viel Atmosphäre bei. In erstaunlich guter, tragender Akustik
lieferten die vier Solisten unverstärkt solide gesangliche Leistungen und überzeugten
auch mit ihrer Spielfreude und Begeisterung.

Der üppig-schwelgerische Orchesterpart war arrangiert für fünf Musiker, die Terrasse
fungierte als Orchestergraben. Doru Cepreaga (Violine), Claudio Rupa (Violine), Ana
Teixeira Rua (Violoncello), Kattzyna Kempa (Akkordeon) und Zane Stradyna (Klavier)
waren den Sängern mit Hingabe und Enthusiasmus kompetente und kongeniale
Begleitung und setzten immer wieder eigene – auch humorvolle – Akzente.
Viel Beifall für diese private Kulturinitiative auf qualitativ hohem Niveau.

Mit freundlicher Genehmigung der Pforzheim Zeitung

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BNN Samstag, 06.10.2018:
‚Wolldecken sind nicht nur Kulisse‘

Im zweiten Anlauf klappt es:

Zwölftes Birkenfelder Balkonkonzert lässt Ausschnitte aus „La Bohème“ erklingen

Wolldecken sind nicht nur Kulisse

Das passt ja ganz gut, dass die beiden Sänger eine Szene spielend und gesanglich mit Leben erfüllen müssen, in der es um zwei arme Schlucker geht, die kein Geld für Kohlen und damit fürs Heizen haben. Es ist zwar keine zugige Künstlerbude, sondern ein zugiger Balkon in Birkenfeld, aber authentischer geht es ja kaum noch – und die Wolldecken um die Schulter der Sänger sind nicht nur Deko, sondern erfüllen ihren Zweck. Vielleicht Glück im Unglück, dass im ersten Anlauf das beliebte und immerhin schon zwölfte (kostenlose) Balkonkonzert des Kulturliebhabers und Zahnarztes Michael Speich im Sommer einem Gewitter weichen musste und nun bei kühleren, aber mit der richtigen Ausrüstung auszuhaltenden 15 Grad Celsius wieder auf den Plan gerufen wird.

Mit großem Erfolg. Die Sitzplätze im Garten werden knapp auf den Bänken, einige der etwa 70 Gäste haben aber ihre eigene Campingausrüstung unter dem Arm. Samt Wolldecke, ganz gut Vorbereitete auch mit einer Flasche Sekt und – stilecht – Sektgläsern aus Glas. Das Getränk bleibt im Freien immerhin kühl. „Ich bin ja wärmer angezogen als im Winter“, scherzt eine Besucherin.

Aber den Schutz braucht man auch, denn die Szenen aus der berühmten Oper „La Boheme“ von Giacomo Puccini sind ja nicht nach fünf Minuten erledigt. Zum Glück nicht. Das Orchester im Orchestergraben unter dem Balkon spielt frisch auf, die Sänger und Sängerinnen legen sich inbrünstig ins Zeug. Fehlt eigentlich nur noch der Vollmond, der Mimi (Miriam Kurrle) so rein zufällig in die Arme des armen Dichters Rodolfo (Harrie van der Plas) treibt. Zuvor hat der Vermieter die fehlende Miete angemahnt, ist in ein Gespräch der in Decken gehüllten Rodolfo und seines nicht minder armen Malerfreundes Marcello (Merlin Wagner) geplatzt.

Da Michael Speich aber, wie er selbst sagt, keine Gesangsausbildung hat, bleibt die Szene ungespielt und ungesungen. Jedenfalls bleibt die Miete ungezahlt, weil es den armen Schluckern gelingt, den Vermieter zum Prahlen über seine Eroberungen zu bringen. Selbst schuld: Die Drohung, alles der Frau zu stecken zieht.

Dann kommt da noch Musetta (Eui Kyung), die frühere Geliebte Marcellos, ins Spiel. Und wie immer nehmen Leidenschaft und Intrigen ihren Lauf, die sicherlich – zumal in dieser qualitativ hochwertigen musikalischen Form – für ein darin nicht verstricktes Publikum Unterhaltsamkeitswert haben. Puccini, so der immer auch sehr unterhaltsam ins Thema einführende und das Geschehen kommentierende Gastgeber, habe zum Ziel gehabt, die Welt zum Weinen zu bringen. Na ja, das schaffte er vielleicht nicht ganz, aber immerhin hat die 1896 in Turin uraufgeführte Oper alle Opernbühnen der Welt im Flug erobert. Und der Birkenfelder Balkon ist ein würdiger Spielort mit besonderem Flair. Geschenkt, dass sich durch den kühlen Wind ein paar Notenblätter selbstständig machen (die werden natürlich wieder die Wendeltreppe hinauf getragen) und das Rollo vom Nachbarhaus bei den ersten Sonnenstrahlen des Nachmittags automatisch nach unten surrt. Susanne Roth

Mit freundlicher Genehmigung der BNN

 

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LA BOHÉME vom Balkon am 22.Juli 2018 fiel ins Wasser.
Alle haben sich davon erholt und einen neuen Entschluss gefasst.
LA BOHÈME vom Balkon
wird  an einem neuen Termin aufgeführt.
Sie sind eingeladen. Merken Sie sich den neuen Termin vor.

Mittwoch, den 3.Oktober 2018 – 16.00 – 17.30

 

Viele haben mitgefiebert. Gefühlte hunderte mal wurden die Wetter Berichte abgefragt.
Am Mut der Organisatoren, am Mut der Künstler und am Mut des Publikums hat es nicht gefehlt.

Pünklich um 18.30 begann das Donnerwetter mit nicht mehr enden wollendem Regen.
Alles dagegen stemmen half nichts.